19.05.2012

 
  surpriXmedia  Boot 2004  Unterwasser Restaurant  

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Unterwasser Restaurant




















Aufgabenstellung in diesem Jahr war es, ein Unterwasser-Restaurant und -Veranstaltungsort als schwimmendes Gebäude vor einer kroatischen Insel von Grund auf zu planen, in digitale Form zu bringen und mit multimedialen Präsentationsmitteln aufzubereiten. Hierzu haben die Studierenden einen Teilbereich des Bauwerks mit Hilfe des „wavefront“- Messebausystems von 5eyes nachgebaut. Durch eine in 3D simulierte virtuelle Umgebung - erweitert mit Ton, Licht, Duft und realen Videoszenen - wird dem interessierten Besucher ein Ort zum Entdecken, Staunen und Verweilen geboten. Darüber hinaus haben Architekturstundenten der FH Aachen verschiedene Modelle zu diesem Thema entwickelt, welche im Rahmen dieses Projektes ausgestellt werden.

Einige Studierende dieser Projektgruppe haben sich über ein halbes Jahr damit beschäftigt, den futuristischen Entwurf eines „submarinen“ Restaurants mit der dazugehörigen Wasserlandschaft mittels Computeranimation umzusetzen. Es entstand ein 10-minütige 3D-Movie, in dem eine Kamerafahrt um und im Restaurant enthalten ist, - sowie das eigentliche Highlight, der Stand in Realgröße auf der Boot 2004. Um einen entsprechenden Realismus des Restaurant-Ausschnittes auf der Messe erreichen zu können, wurden im Restaurantbereich Blueboxaufnahmen präsentiert, bei der die die Detailtreue auf hohem Niveau gehalten wurde.


Projektteam:

Achim Strommenger
Patrick Mierczuk
Frank Schweizerhof
Andre Wammers
Thomas Lier
Robert Altpass
Dennis Presche
Felix Ulber

 


Unterwasser-Restaurant in den Kornaten – Kroatien

 
Nationalpark „Kornati“:
Sie kennen den Nationalpark „Kornati“ nicht, dieses etwa 12 000 Jahre alte Naturschauspiel aus unzählig vielen kleinen und großen Inseln vor der Dalmatinischen Küste im Adriatischen Meer, diese vielgestaltigen Perlenketten aus bizarren Felsgesteinen?
„Am letzten Schöpfungstag wollte Gott sein Werk krönen und aus einer Mischung von Tränen, Sternen und Wind schuf er die Kornaten“ (Georg Bernhard Shaw nach einem Besuch der Inselgruppe).
Die verkarsteten, fast vegetationslosen Eilande sind ertrunkene Hügel aus der letzten Eiszeit. Dort, wo sich vor 20000 Jahren tiefe Täler erstreckten, sind heute Meerengen zu finden: aus den Bergkuppen sind Inseln, Inselchen und kleine, für die Schifffahrt zum Teil gefährliche Felsenriffe geworden.

Fauna und Flora:
Der größte Teil des Archipels (70 qkm Land und 200 qkm Meeresfläche) ist heute Landschaftsschutzgebiet. Durch exzessive Schafzucht ist die Flora ziemlich verkümmert. Die Inseln sind kahl oder nur mit spärlicher Vegetation von Polsterpflanzen überzogen. Das Meer hingegen birgt eine außergewöhnlich reiche Fauna und Flora. 350 Pflanzen und 300 Tierarten, d.h. der größte Teil mediterraner Fische und Kopffüßler ist hier vertreten.

Das „Unterwasser-Restaurant“:
Was liegt näher, als diese phantastische Unterwasserwelt für Wassertouristen kontrolliert erlebbar zu machen, ohne dass allerorts Tauchschulen die Unterwasserflora und –fauna (zer)stören. Deshalb haben wir, Architekturstudent(inn)en der FH Aachen - gewissermaßen als Ergänzung zu den bereits bestehenden „Marinas“ (Sportboothäfen) und „Konobas“ (privat bewirtschaftete, kleine Gaststätten, die verstreut an einigen Inselufern liegen) - schwimmende Restaurants entworfen, welche unter der Wasseroberfläche liegen und die Beobachtung der vielfältigen Unterwasserwelt des Naturschutzparks ermöglichen.
Zusätzlich zum Restaurant wird ein Überwasser-Café mit Aussichtsterrassen eingerichtet, von wo aus die „Seefahrer“ dieses einmalige Inselarchipel im Spiel von Licht und Wetter im Meer erleben können.
Die Gastronomie wird ergänzt durch ein Informationszentrum, welches über die Entstehung, die Menschen und ihrer Kultur sowie über die Fauna und Flora – über und vor allem unter Wasser – anschaulich und multimedial berichtet.
Segler und Motorbootfahrer, aber auch Besucher der Touristenschiffe vom Festland können hier wie in einer Marina an Schwimmstegen festmachen und auf Wunsch auch hier übernachten, was bei stockfinsterer Nacht und nach einem ausgiebigen „dobro veçerati“ (guten Abendessen) mit „Postup“ (Dalmatinischer Rotwein) und einem „Maraschino“ (Likör) aus Zadar zum Abschluss auch überlebensnotwendig ist.
Unsere Architekturen sind schwimmend an Stahlseilen in geeigneten Buchten am Meeresgrund verankert und können nur mit Schiffen erreicht werden. Bei Bedarf sind sie zu anderen Buchten oder Küstenstrichen mit Seeschleppern translozierbar.
Diese vom Land abgenabelte und damit so besonders reizvolle Lage bedingt eine weitestgehend autarke Energie- und Wasserver- und entsorgung. Elektrische Energie, die vor allem auch zur Be- und Entlüftung des Unterwasser-Restaurants mit seiner „Erlebnisküche“ (auf „neudeutsch“ mit sog. „show-cooking“) erforderlich ist, wird über einen mit Flüssiggas betriebenen Generator erzeugt. Zusätzlich wird regenerativ über in die Dachflächen der Baukörper integrierte Fotovoltaik-Solarmodule elektrischer Strom für Beleuchtung – auch der Ausstellung im Kornaten-Informationszentrum – erzeugt. Und wenn – vielleicht in einigen Jahren – eines unserer Unterwasser-Restaurants wirklich realisiert werden sollte, dann können wir elektrischen Strom mit bezahlbarer und technisch ausgereifter Brennstoffzellentechnik erzeugen.
Mit dem Gas aus einem von einem Versorgungsschiff gelegentlich aufgefüllten Flüssiggastank wird auch gekocht, was von professionellen Köchen besonders geschätzt wird.
Trinkwasser wird über eine entsprechend dimensionierte Entsalzungsanlage gewonnen; warmes Brauchwasser kann in ausreichender Menge mit Solarkollektoren hergestellt werden. Ebenso wird das Abwasser mit modernster Technik wieder aufbereitet, wie sie teilweise bereits auch auf großen Kreuzfahrtschiffen Standard ist.

Entwurfspräsentation - Hinweise zur „Selbstbedienung“
Stellen Sie sich vor: Sie befinden sich jetzt auf der Decksplanke eines in der Dünung der Adria dahinschwankenden Schiffes. Nein, Sie widersetzen sich nicht, im Gegenteil: Sie nehmen die Schwankungen unter Ihnen mit Ihrem ganzen Körper auf, und da geschieht es: Sie tauchen ein in eine erlebnisreiche, virtuelle Reise durch unsere Unter- (aber auch Über-)wasser-Architekturen. Und sollten Sie sich bis zum Unterwasser-Restaurant „hindurchgeschwankt“ haben, ohne seekrank geworden zu sein, dann wünschen wir Ihnen von ganzem Herzen einen guten (virtuellen) Appetit!

Prof. J.Karrenbrock – Fachbereich Architektur / FH Aachen
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Kleine „Erlebnisanmerkungen“ zu den Entwürfen

 
Wir haben die hier vorgestellten fünf Entwürfe mit einem auf die jeweilige Entwurfsidee bezogenen „Eigennamen“ charakterisiert. Diese sind –was liegt näher- überwiegend aus dem maritimen Vokabular entlehnt:  

1 - Disco Volante:
Der machtbesessene LARGO konnte nicht verhindern, dass Sie – alias James Bond- sich seines futuristischen Schiffes bemächtigt haben und nun die verschiedenen Decks erkunden. Inzwischen ist LARGO längst ausgeschaltet und so können Sie entspannt auf einer der Freiterrassen das alltägliche und doch immer wieder so imposante Schauspiel verfolgen, wie der „FEUERBALL“ am abendlichen Horizont im Meer erlischt.  

2 – Perlmuschel:  
Die Muschel hat sich zum Besucher hin geöffnet und gewährt großzügigen Lichteinfall und Einblick: Sie beobachten, wie auf der seidig glänzenden Oberfläche der Muschel-perle sich das Leben im Meer widerspiegelt. Sie tauchen in das Innere der Perle ein und erleben die Fauna und Flora der Kornaten, ihre Entstehung und die Bedeutung des Nationalparks.    

3 – Konvex - Konkav:  
Lassen Sie sich einfangen von einer raffinierten, dreidimensionalen Körper- und Raumkomposition mit konvexen und konkaven Flächen und Formen. Genießen Sie einen Espresso auf einer der Freiterrassen unter schützenden Sonnensegeln. Und erleben Sie die dreidimensionale Durchdringung der Innenräume, wodurch das „Denken in Ebenen“ nebensächlich wird.  

4 – Wiege des Moses:  
Wie einst Moses als ausgesetztes Kind in einem Schilfkorb auf dem Nil schwamm und von der Tochter des Pharaos (oder war es sogar seine Frau?) entdeckt und aufgenommen wurde, so erleben Sie diesen Entwurf, der aus zwei zueinandergekehrten, wiegen-förmigen Halbschalen besteht. Über die Wendeltreppe am Eingang tauchen Sie physisch-virtuell hinein in die Unterwasser - welt der Kornaten und beobachten durch raumhohe Bullaugen im Unterwasser-Restaurants, wie Ihnen die Tintenfische fast „über den Teller schwimmen“.  

5 – Euclena viridis :  
Wie ein Einzeller mit Körper und Schwanz schwimmt dieser Entwurf in einer langgestreckten Bucht. Ein verglastes Halbkugel-Segment bildet als Stahlnetzkonstruktion die filigrane, transluzente Hülle. Über eine lange Rampe können Sie direkt von außen zum Café im Obergeschoss gelangen, sich erfrischen und auf einem Weg von oben nach unten in die Unterwasserwelt eintauchen.  

6 – Seezeichen:  
Fast wie ein „Kardinalzeichen“ ragt -weithin sichtbar- der verglaste Kegel über die Wasseroberfläche hinaus. Und wie von einem Schwimmring umgeben, können Sie hier das Seezeichen umrunden, das Kornaten-Informationszentrum besuchen oder aber die Unterwasser-Erlebnis-Gastronomie genießen.  

7 – Volvox:  
Hier ist der kugelförmige Einzeller Namenspate. Mehrere ringförmige, konzentrisch angeordnete Erlebnisebenen ziehen Sie als Besucher in den Bann des räumlichen Geschehens. Hoffentlich wird Ihnen nicht schwindelig und verlieren die Orientierung! Aber ganz oben angekommen, werden Sie mit einem phantastischen und unvergesslichen Rundblick über die Kornaten belohnt.



 


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